Unser Leben und unsere Gesellschaft verändern sich rasant. Auch wenn Medien versuchen uns ständig einzureden, dass die Welt morgen untergeht und unser Leben immer schlechter hektischer wird, so haben wir dennoch derzeit den höchsten Lebensstandard, den die Menschheit je hatte. Menschen leben immer länger und finden immer mehr Wege das Leben so angenehm zu gestalten wie möglich. Ich will das weniger werten, sondern vielmehr hervorheben wie stark Technologie daran beteiligt ist und wie stark sie unseren Alltag schon heute beeinflusst. Dazu gehören auch Sport, Fitness und Ernährung. In diesem Artikel zeige ich dir, wie Technologie Fitness schon heutzutage verändert und was uns in der Zukunft erwartet. Auf geht’s, zurück in die Zukunft!

Lesezeit: 8-10 Minuten

Kernpunkte:

  • Schon heutzutage ist Fitness Technologie auf Smartphones und kleinen Gadgets präsent
  • Daten sind der Dreh- und Angelpunkt moderner Fitness Technologien
  • In Zukunft erwarten uns abgefahrene Technologien, die unsere Ernährung und unser Training genauestens optimieren

finess technologieIch selbst lebe in Silicon Valley und bekomme hautnah mit, wie Startups fast wöchentlich neue Apps auf den Markt bringen, die unser Leben besser machen sollen. Die Gesundheits- und Sportbranche ist dabei ein hart umkämpfter Markt, der aus verschiedenen Ebenen besteht:

  • Smartphone Apps
  • Fitness Gadgets
  • Wearables
  • Fitness Geräte
  • Nahrungsmittel

Die Entwicklung kennt hier keine Grenzen und öffnet immer neue Türen. Ein Startup kann eine komplett neue Branche erschaffen oder aber eine alte niederstrecken (siehe beispielsweise „Uber“ und die Taxiindustrie).

Zuerst will ich einen Blick auf den derzeitigen Stand der Entwicklung werfen und dann dazu übergehen was uns in Zukunft erwartet.

Fitness Apps helfen uns schon heute

So gut wie jeder benutzt eine Fitness App auf seinem Smartphone. Der Markt gehört derzeit (noch) den sogenannten „Trackern“. Das sind Fitness Applications, die Dir erlauben deine Nahrungsaufnahme oder eine zurückgelegte Strecke genauestens zu messen (Englisch „to track“, Deutsch „etw. messen / aufnehmen“). Dadurch kannst du genau feststellen wie viele Kalorien du zu dir nimmst oder wie weit du innerhalb eines Tages, einer Woche oder eines Jahres läufst.

Allein durch diese Entwicklung sind wir heutzutage nicht mehr darauf angewiesen eine fest abgemessene Strecke, z.B. innerhalb eines Stadions, zu laufen, sondern können uns überall bewegen und wissen genau wie weit und schnell wir gelaufen sind. Außerdem können wir mit einem Smartphone und einer App den Barcode eines Lebensmittels scannen und bequem die verputzte Menge eingeben. Für viele ist dies wahrscheinlich längst Alltag und nichts besonderes mehr.

fitness appsBeliebte Tracker zur Nahrungsaufnahme sind z.B. „MyFitnesspal“ oder „IFBB“. Von Runastic hast du sicherlich schon gehört. Die App arbeitet mit GPS und misst somit deine Geschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke.

Aber auch zur Messung von erreichten Zielen gibt es mittlerweile eine größere Bandbreite an Fitness Applikationen. „Cyclemeter“ misst deine Performance beim Fahrrad fahren, mit „GainFitness“ kannst du Wiederholungen für bestimmte Übungen und Bewegungen messen und mit „Jetfit Workout“ kannst du Sätze und Wiederholungen für deinen Trainingsplan eintragen und speichern. Schon längst nimmt man kein Stift und Papier mehr mit in’s Gym. Mit „Map my Run“ kannst du sogar eine gelaufene Strecke speichern und für andere Verfügbar machen, sodass diese die Strecke ebenfalls laufen können. Dadurch entsteht auch eine Art Wettbewerb, was mich zum nächsten Punkt bringt.

Fitness Technologie vernetzt uns und erschafft eine Sport-Gesellschaft

Fitness Apps erlauben nicht nur den Zugang zu Wissen (über Ernährung, Trainingspläne, Ausführung von Übungen, etc.) sondern befriedigen auch einen wesentlichen Bedarf der Menschheit: Gesellschaft. Erfolgreiche Fitness Apps, bzw. die die überleben wollen, schaffen es User zu vernetzen und erschaffen somit eine Community rund um die App.

Im September 2010 brachte Nike das „Nike+ Sportskit“ heraus und war somit First Mover auf dem Markt der Fitness Gadgets. Das „Nike +Sportskit“ ist eine Kombination aus App und Sensor, den man einfach unter die Sole des Laufschuhs steckt. Somit konnte man bereits damals eine gelaufene Strecke messen und der Community zur verfügung stellen. Mit dem dadurch geschaffenen Wettbewerb erschuf Nike eine der ersten Fitness Communities.

„Gamification“ ist dabei das Stichwort, das eine App erfolgreich machen kann. Es muss ein Anreiz für User geschaffen werden sich mit anderen Sportlern zu messen oder in Kontakt zu treten. Bei Myfitnesspal zum Beispiel wird man dafür belohnt sich so viele Tage wie möglich hintereinander einzuloggen und die App zu nutzen. Nutzer werden motiviert ihre Rekorde zu brechen und Erfolge mit anderen zu teilen. Das macht Mut und verbindet.

Wie bereits erwähnt war Nike in 2010 noch darauf angewiesen die Nike+ App mit einem Sensor zu verbinden. Die GPS Funktion der damaligen Smartphones war einfach noch nicht gut genug. Heutzutage jedoch musst du dein iPhone oder Android Phone einfach bei dir tragen. Dennoch kommen Fitness Gadgets immer mehr in Mode und verändern Sport schon jetzt.

Wie Fitness Gadgets die Welt des Sports verändern

Das wahrscheinlich erste Fitness Gadget überhaupt ist wohl die gute alte Pulsuhr. Heutzutage sind Gadgets zu erstaunlichen Leistungen fähig. Sicherlich schon du bereits vom „Nike Fuel Band“, „Fitbit“ oder „Lifeband“ gehört. Dabei handelt es sich um Armbänder, die Daten wie Herzfrequenz und Puls messen und dadurch hilfreiche Informationen liefern können. Ein neues Gadget nennt sich „Gymwatch“ und ist ein Fuß- bzw. Beinband. Diese Gadgets können alleine durch Schweiß, Herzfrequenz und Puls die Qualität deines Schlafs und deinen Kalorienverbrauch messen.Nike Fuel Band

„Fitbit“ geht noch einen Schritt weiter und verbindet das Armband mit einer Waage, um noch genauere Informationen zu liefern. Dazu gehört nicht nur das Gewicht, sondern z.B. auch den Wassergehalt des Körpers. Die Qualität der Informationen wird immer besser und wird wohl schon bald mit viel teureren Geräten mithalten können.

Fitbit bietet bereits jetzt Fitness Ringe und kleinere Gadgets an, die man in der Tasche oder an der Kleidung trägt.

Mit kleineren Gadgets kann man z.B. auch grundlegende Dinge messen, wie z.B. die Körperhaltung. Ein spezieller Knopf für ein Hemd oder T-Shirt kann erkennen, ob du eine aufrechte Haltung hast oder z.B. bei der Arbeit nach vorne gebeugt bist. Die Vorteile für die generelle Gesundheit, auch abseits vom Sport, sind mächtig. Dabei spielen Daten die Hauptrolle.

Fitness Daten sind das nächste große Ding

Natürlich benötigt jede Fitness App und jedes Fitness Gadget Daten. Die Weiterverarbeitung und Nutzung von Daten einer ganz anderen Quelle klingen aber schon viel mehr nach „Zurück in die Zukunft“. Das Startup „Wellness FX“ aus San Francisco hat sich zum Beispiel auf Blutanalysen spezialisiert. Noch kommt das Produkt zu einem respektablen Preis von 500-600$, doch es ist davon auszugehen, dass sich der Preis auf lange Sicht senken wird. Durch eine Analyse bekommt man wertvolle Informationen über Ernährungsmangel bzw. -Defizite und die generelle Gesundheit. Das ist nicht nur für Sportler von Vorteil, sondern für die weite Bevölkerung. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Unternehmen aufgrund der riesigen Datenmenge eventuell besser Zusammenhänge feststellen kann, als klassische Forschungsinstitute, die die Daten erst sammeln müssen und somit Wirkstoffe, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel herstellen.

Ein weiterer Datenlieferant sind intelligente Toiletten. Was erst mal komisch kling, kann in Echt wertvolle Daten über den Körper hergeben. Noch sind wir nicht so weit, doch schon bald werden alle Toiletten Chips enthalten, die Aufschluss über Dehydration oder sogar Krankheiten geben können. Wo wir schon über die Zukunft sprechen, werfen wir doch einen genaueren Blick auf das, was noch kommt.

fitness der zukunft

Die Zukunft der Fitnessbranche gehört der Technologie

Das Zeitalter der Gadgets und Wearables hat gerade erst begonnen.Noch dominieren Arm und Fußbänder den Markt, doch schon bald wird es intelligente Kleidung, Schmuck, Fitnessgeräte, Besteck und Toiletten geben. In der Zukunft werden wir ein Device haben, dass Daten sammelt (Smartphone oder Notebook) und kleinere Devices, die Daten liefern (Smart Watch, Sensoren, Ringe, Armbänder, Kleidung, etc.). Diese Informationen können dann zum Beispiel mit Empfängern im Supermarkt abgeglichen werden und perfekte Vorschläge für Mahlzeiten und andere Einkäufe liefern. Schon jetzt gibt die Health App auf dem iPhone, die Daten nach genau diesem Schema sammelt.

Versicherungen werden davon profitieren. Folgendes Szenario wird unter Fachkreisen im Silicon Valley erwartet: das Smartphone sammelt Daten über Gesundheit, Ernährung und Fitness. Versicherungen werden ihren Mitgliedern Deals anbieten, um auf diese Daten Zugriff zu erhalten. Zwei Optionen sind denkbar: entweder man bekommt einen Rabatt für die Bereitstellung der Daten, oder die Beiträge werden für alle, die dies nicht tun, erhöht. Im nächsten Schritt könnten dann Boni für gesunde Mitglieder gegeben werden. Diese Vision klingt natürlich erst mal schreckhaft, könnte aber auch dazu führen, dass die breite Bevölkerung noch gesünder lebt. Ich will es an dieser Stelle nicht werten.

Für kranke Menschen wird Technologie besonders viele Vorteile bieten. Denken wir zunächst an Diabetiker, die eine Nachricht auf ihre Smart Watch bekommen, wenn ihr Blutzucker zu stark sinkt. Erkältungen und Grippen werden sich nicht mehr so stark verbreiten, da intelligente Sensoren schon vor Ausbruch der Krankheit eine Anfälligkeit des Immunsystems erkennen und auf die Einnahme von Vitaminen oder Mineralstoffen hinweisen.

Auch in der Koch- und Küchenwelt bzw. Ernährung und Diät wird sich einiges ändern. Nicht nur werden Kühlschränke ihren Inhalt mit der für uns optimalen Diät abgleichen, sondern uns natürlich auch darauf hinweisen, wenn bestimmte Lebensmittel ausgehen. Wir werden aber nur gefragt, ob wir weitere Lebensmittel nachbestellen wollen, denn die Verbindung zum nächsten Supermarkt oder Amazon besteht längst und die Lebensmittel werden automatisch nachbestellt.

Sensoren werden auch erheblichen Einfluss auf unser Training haben. Nicht nur können wir durch z.B. Analyse der Herzfrequenz und des Ruhepulses genau sagen, wann wir trainieren und wann wir pausieren sollten, sondern auch welche Art von Training zu einem Zeitpunkt für das Ziel am besten ist. Reagierst du zum Beispiel auf lange Cardioeinheiten am Morgen, werden dir deine Health Devices sagen, ob du ein großes oder kleines Frühstück zu dir nehmen sollst. Willst du Muskeln aufbauen, warnt dich dein iPhone wenn du nicht genügend Kalorien isst oder der Proteinanteil an deiner Diät zu niedrig ist. Auch deine Mahlzeiten wirst du bis in’s kleinste Detail planen und vorkochen können. Auch die optimale Menge an Schlaf werden wir genauestens feststellen können, inklusive der Uhrzeit, die unserem circadianen Rhythmus entspricht.

 

Schon jetzt kannst du bei McFit Kurse vor einem Bildschirm, ganz ohne Trainer, machen, oder diverse Informationen bezüglich Gesundheit und Fitness von deinem Smart Phone bekommen. Doch die Zukunft wird noch weitaus abgefahrener. Innerhalb der nächsten 5 Jahre wird sich die Qualität unseres Trainings und unserer Ernährung erheblich verändern. Daten spielen dabei eine wesentliche Rolle. Das Unternehmen, dass es am besten versteht Daten und Community zu vereinen, wird klar als Gewinner dieser Entwicklung hervorgehen. Andererseits werden derzeit bekannte Marken und Konzerne untergehen, wenn sie den Anschluss nicht schaffen.

Wie Fitness Technologie unsere Welt verändert
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Kevin

Hey, Ich bin Kevin und Author dieses Blogs.

Ich glaube, dass jeder Stärke und Leidenschaft in Fitness finden kann.

Ich glaube, dass jeder seinen Körper so formen kann, wie er es sich vorstellt, trotz jeglicher Limitierung.

Ich glaube, dass jeder Gesundheit und Langlebigkeit in Fitness finden kann.

Ich glaube, dass Fitness Dein Leben verbessern kann und deshalb gibt es Super-Pump: um dir zu helfen dein Leben zu verbessern.

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