Wie wichtig sind Aminosäuren? Die Antwort: Lebenswichtig und nicht sehr wichtig. Whuuut? Wie immer müssen wir ein bisschen differenzieren: Ohne Aminosäuren selbst kann der Mensch auf Dauer nicht überleben, aber ein Sportler muss keine BCAAs zu sich nehmen, um seine Ziele zu erreichen. Würde ich einen Artikel über das Thema schreiben, wenn es so einfach zu beantworten wäre ;-)? No way! Aminosäuren und BCAAs haben eine gewisse Wichtigkeit für Sportler in bestimmten Fällen. In diesem Artikel lernst du wann du sie wie schlau einsetzt. Keine Angst, ich verspreche mich nicht in langweiligen chemischen Formeln zu verlieren ;-). Los geht’s!

Was sind Aminosäuren und wofür sind sie gut?

Aminosäuren sind die Bausteine von Proteinen. Jedes Protein hat seine genetisch festgelegt, einzigartige Sequenz von Aminosäuren. Davon gibt es 23 (proteinogene), von denen 8 essentiell, zwei semi-essentiell und 13 nicht-essentiell sind. Essentiell heißt in diesem Fall „lebensnotwendig“, also der Körper kann ohne die Zunahme auf Dauer nicht überleben. In der Supplement-Welt begegnen wir häufig nur den essentiellen Aminosäuren, aber auch die anderen sind sehr interessant.

 

Warum hören wir von Ernährungsexperten oftmals Fleisch / Fisch von verschiedenen Tieren (Schwein, Lamm, Rind, Lachs, Thunfisch, etc.) zu essen? Weil das Fleisch verschiedener Tiersorten unterschiedliche Aminosäuren enthält!

 

Aminosäuren werden auf verschiedenen Wegen verstoffwechselt. Das Ganze nennt sich Zitronensäurezyklus oder Citratzyklus. Ich hab’ ja versprochen keine langweiligen Formeln zu liefern, deshalb zeige ich dir hier ein fancy Bild:

Zitronensaeurezyklus

Spaß beiseite: dieser Zyklus ist eine super wichtige Funktion im Stoffwechsel. Aminosäuren spielen dabei eine wichtige Rolle, wie du in der oberen Hälfte des Zyklus’ sehen kannst.

 

Die Leber reguliert im Endeffekt den Bedarf bestimmte Aminosäuren. Dabei ist nicht garantiert, dass alle Aminosäuren, die du zu dir nimmst, auch letztendlich im Muskel ankommen, denn es werden nur jene in den Blutkreislauf aufgenommen, die auch gebraucht werden.

 

Essentielle Aminosäuren

Essentielle Aminosäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Der Körper kann sie nicht künstlich herstellen. Sie sind für viele grundlegende Funktionen im Körper von wesentlicher Bedeutung – auch für den Muskelaufbau und zur Energiegewinnung.

 

Die essentiellen Aminosäuren sind:

  • Phenylalanin
  • Leucin
  • Isoleucin
  • Methionin
  • Lysin
  • Valin
  • Threonin
  • Tryptophan
  • Histidin
  • Cystein

 

Die WHO empfiehlt pro Tag folgende Menge der jeweiligen essentiellen Aminosäuren:

Aminosäuren

Täglich empfohlene Menge (in mg)

Leucin

39

Lysin

30

Valin

26

Phenylalanin

25

Isoleucin

20

Mehtionin

15

Theronin

15

Histidin

10

Tryptophan

4

Cystein

4

 

Sehr interessant dabei ist auch, dass viele essentielle Aminosäuren in Kombination miteinander aufgenommen werden müssen. Warum? Liegt ein Mangel an bestimmten Aminosäuren vor, baut der Körper sie zu Zucker und Fett um, da ihre biologische Wertigkeit nicht hoch genug ist.

 

Interessanter weise kommen alle essentiellen Aminosäuren in Pflanzen vor, weshalb Veganer nicht automatisch an einem Mangel leiden müssen. Jedoch haben pflanzliche Aminosäuren eine geringere biologische Wertigkeit. Deshalb solltest du pflanzliche Nahrungsmittel in bestimmten Kombinationen essen, z.B. Getreide + Hülsenfrüchte, wenn du dich vegan ernährst.

 

Leucin kommt in folgenden Lebensmitteln vor:

Lebensmittel

Gesamtprotein (pro 100g)

Leucin (pro 100g)

Anteil (pro 100g)

Kuhmilch (3,7% Fett)

3,28g

321mg

9,8%

Hühnerei

12,58g

1088mg

8,6%

Reis

7,94g

657mg

8,3%

Mais-Vollkornmehl

6,93g

850mg

8,3%

Rindfleisch

21,26g

1691mg

8,0%

Lachs (roh)

20,42g

1615mg

7,9%

Walnüsse

15,23g

1170mg

7,7%

Hähnchenbrust

23,09g

1732mg

7,5%

Erbsen

24,55g

1760mg

7,2%

Weizen-Vollkornmehl

13,70g

926mg

6,8%

 

Iso-Leucin kommt ist in folgenden Lebensmitteln enthalten:

Lebensmittel

Gesamtprotein (pro 100g)

Isoleucin (pro 100g)

Anteil (pro 100g)

Kuhmilch (3,7% Fett)

3,28g

198mg

6,0%

Hühnerei

12,58g

672mg

5,3%

Hähnchenbrust

23,09g

1219mg

5,3%

Lachs (roh)

20,42g

968mg

4,7%

Rindfleisch

21,26g

967mg

4,5%

Reis

7,94g

336mg

4,2%

Erbsen

24,55g

1014mg

4,1%

Walnüsse

15,23g

625mg

4,1%

Weizen-Vollkornmehl

13,70g

508mg

3,7%

Mais-Vollkornmehl

6,93g

248mg

3,6%

 

Valin kommt in folgenden Nahrungsmitteln vor:

Lebensmittel

Gesamtprotein (pro 100g)

Valin (pro 100g)

Anteil (pro 100g)

Hühnerei

12,58g

859mg

6,8%

Kuhmilch (3,7% Fett)

3,28g

220mg

6,7%

Reis

7,94g

466mg

5,9%

Lachs (roh)

20,42g

1107mg

5,4%

Mais-Vollkornmehl

6,93g

351mg

5,1%

Rindfleisch

21,26g

1055mg

5,0%

Hähnchenbrust

23,09g

1145mg

5,0%

Walnüsse

15,23g

753mg

4,9%

Erbsen

24,55g

1159mg

4,7%

Weizen-Vollkornmehl

13,70g

618mg

4,5%

 

BCAAs

Die bekanntesten essentiellen Aminosäuren kommen in der Sportwelt in Form sogenannter BCAAs (Branched Chain Amino Acids) vor. Die verzweigtkettigen Aminosäuren darin sind Leucin, Isoleucin und Valin. Sie kommen auch in der Nahrung vor und müssen nicht durch Supplements hinzugefügt werden. Auf ihre Stärken und Schwächen gehe ich genauer in den Kapiteln „Aminosäuren in der Diät“ und „Aminosäuren im Muskelaufbau“ ein.

 

Sie werden übrigens auch in fast jedem Whey und Casein gefunden, was ein weiterer Grund zum einbauen dieser Supplements in den Speiseplan ist. Die Höchstmenge, bei der BCAAs effizient sind, variiert von Studie zu Studie. Ktasanos et al. fand in 2006 eine Menge von 3g Leucin für ausreichend, Glynn et al. fand in 2010 1,8g.

 

Semi-essentielle Aminosäuren

Semi-essentielle Aminosäuren sind semi-essentiell, weil sie nur in bestimmten Situation notwendig sind. Zu diesen Situationen gehören Wachstumsphasen und Verletzungen. Dazu gehören Arginin und Histidin.

 

Arginin kommt vor allem in folgenden Nahrungsmitteln vor:

Lebensmittel

Gesamtprotein (pro 100g)

Arginin (pro 100g)

Anteil (pro 100g)

Kürbiskerne

30,23g

5353mg

17,7%

Pinienkerne

13,69g

2413mg

17,6%

Walnüsse

15,23g

2278mg

15,0%

Erdnuss

23,68g

2823mg

11,9%

Erbsen

24,55g

2188mg

8,9%

Reis

7,94g

602mg

7,6%

Buchweizenkörner

13,25g

982mg

7,4%

Hähnchenbrust

21,23g

1436mg

6,8%

Schweinefleisch

20,95g

1394mg

6,7%

Hühnerei

12,57g

820mg

6,5%

Lachs (roh)

20,42g

1221mg

6,0%

Mais-Vollkornmehl

6,93g

345mg

5,0%

Weizen-Vollkornmehl

13,70g

642mg

4,7%

Kuhmilch (3,7% Fett)

3,28g

119mg

3,6%

 

Es wird vor allem gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen eingesetzt. Die Wirkung ist für gesunde Menschen jedoch umstritten.

 

Nicht-essentielle Aminosäuren

Die nicht-essentiellen Aminosäuren können vom selbst Körper hergestellt werden, d.h. sie müssen nicht über die Nahrung zugenommen werden. Dazu gehören:

  • L-Alanin
  • L-Arginin
  • L-Asparagin
  • L-Cystein
  • L-Glycin
  • L-Histidin
  • L-Serin
  • L-Tyrosin

 

Glutamin ist in der Bodybuilding-Welt ziemlich populär. Im Körper erfüllt es eine Immunsystem stärkende Funktion, am Muskelaufbau ist sie jedoch nicht beteiligt. In der Literatur sind die Meinungen sehr gespalten, was den Sinn von Glutamin-Supplementierung angeht. Notwendig sind sie auf keinen Fall. Wie sinnvoll die Einnahme ist, ist derzeit jedoch unklar. Lyle Mcdonald hat gute Erfahrungen beim Stoppen von Erkältungen mit hohen Dosen von Glutamin und Vitamin C gemacht, das ist jedoch ein rein anekdotischer Beweis.

 

Aminosäuren in der Diät

Im Zuge einer hypokalorischen (kaloriendefizitär) Diät mit dem Ziel Körperfett zu reduzieren sind Aminosäuren am effizientesten. Hier lohnt sich der Einsatz, denn in einer Diät gibt es zwei Ziele:

  • Körperfett maximal reduzieren
  • Muskelmasse maximal erhalten

 

Fangen wir beim zweiten Punkt an: In einer Studie aus den USA wurde untersucht wie effektiv Aminosäuren in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Diät zum Muskelerhalt sind. Tatsächlich verloren Studienteilnehmer, die BCAAs zu sich nahmen, Körperfett und erhielten Muskelmasse, während die Testgruppe beides verlor. Sogar der 1RM Backsquat und 1RM Bench Press der BCAA Gruppe verbesserte sich, während der 1RM Bench Press der Testgruppe sich verschlechterte.

 

Die Studie bringt sicherlich einige Limitierungen mit sich, aber es gibt eine weitere, die die Vorteile von Aminosäuren bezüglich Punkt 1 aufzeigt: Innerhalb eines moderaten Kaloriendefizits wurde mit BCAA Supplementierung ein signifikanter Anteil an Körperfett reduziert. In einer etwas weiter unteren bereits zitierten Studie, wurde eine erhöhte Fett Oxidation bei aerobem Training in Verbindung mit BCAAs festgestellt. Das heißt nicht gleich mehr Fettverbrenneng, aber die Tendenz ist da.

Aminosaeuren

Während die Effizienz von BCAAs in einem Kalorienüberschuss oder –Gleichgewicht relativ limitiert ist, ist sie in einem Kaloriendefizit umso höher. Wie Du am Anfang schon gelernt hast, sind Aminos grundlegend am Stoffwechsel und der Energieproduktion beteiligt. In einem kalorischen Defizit besteht ein negatives Energiegleichgewicht, weshalb ein erhöhtes Maß an Aminosäuren sinnvoll ist. Bei der Produktion bzw. Aufnahme von Glucose werden Alanin und BCAAs benötigt. Ersteres kommt von der Verstoffwechselung von Glutamin. Deshalb ist eine Zugabe von BCAAs und Glutamin in einer hypokalorischen Diät – zumindest theoretisch – sinnvoll.

 

Eine interessante Studie fand, dass Glutamin die Einlagerung von Glucose (Kohlenhydraten) verbessern kann. Interessant dabei ist, dass Glutamin eine ähnliche Wirkung zeigt, wie ein Carb Supplement alleine. Das könnte ein Indikator dafür sein, dass Glutamin die Einlagerung von Glucose reduziert, was vor allem für Übergewichtige und Diabetiker interessant ist. Die Beweislage ist hier noch nicht ganz eindeutig, aber interessant und erwähnenswert.

 

Carnitin könnte sich positiv auf die Fettverbrennung auswirken. In der verlinkten Studie wurde eine erhöhte Lipidoxidation erwiesen, d.h. durch die Einnahme von Carnitin wurden mehr Fettsäuren zu Energie verarbeitet. Ob dies wirklich beim Abnehmen hilft, ist bisher nicht studiert oder erwiesen – aber durchaus möglich.

 

An dieser Stelle ist es wichtig zu sagen, dass Aminosäuren als Nahrungsergänzung erst in Betracht gezogen werden sollten, wenn die Diät stimmt. Das heißt: optimale Menge an Protein, Kohlenhydraten und Fetten. Was optimal ist, kommt auf dich, deinen Sport und viele weitere Faktoren an. In den Artikeln auf Super-Pump.de habe ich mich stets bemüht dir alle Werkzeuge zu liefern, um deine optimale Diät zusammenzustellen. Ansonsten will ich dich auf die in Kürze erscheinenden Ernährungspläne hinweisen.

 

Aminosäuren im Muskelaufbau

 

BCAAs und insbesondere Leucin sind aus rein theoretischer Sicht für den Muskelaufbau so relevant, weil sie ein wesentlicher Bestandteil bei der Proteinsynthese sind. Nach derzeitigem Kenntnisstand dient Leucin als „Zünder“ für die Proteinsynthese.

 

Du hast vielleicht von dem molekularen Rezeptor mTOR gehört, der dabei eine große Rolle spielt. Leider hilft es nichts möglichst viel Leucin zu sich zu nehmen, denn in der Praxis passiert nach Deckung des Bedarfs nicht mehr viel. Warum Supplementieren wir dann nicht nur mit Leucin? Weil es Isoleucin und Valin zur Synthese braucht. Wie gesagt: einige Aminosäuren müssen in Verbindung auftreten, um zu wirken.

 

Erhöhte Muskelmasse, Kraft und hormonelle Resonanz fand eine Studie von Kraemer et al bei der Supplementierung mit BCAAs (Muscle Armor von EAS). Ob EAS die Studie möglicherweise gesponsort hat? Wenn ein bestimmtes Produkt in einer wissenschaftlichen Studie benutzt wird, stecken oftmals die Sponsoren dahinter… Ich will es dieser Studie nicht unterstellen und konnte keine Beweise dafür finden. Komisch ist es jedoch allemal… Muscle Armor enthält auch HMB (Beta-Hydroxy Beta-Methylbutryat). Es ist fraglich, welcher Inhaltsstoff für die positiven Ergebnisse verantwortlich ist, aber das Studienergebnis ist eindeutig. Ich überlasse dir an dieser Stelle dir selbst eine Meinung zu bilden ;-).

 

Sharp et al. fanden 2010 verbesserte Erholung, erhöhtes Testosteron und verringerte Creatin KinaseWerte nach einem harten 4 Wochen Ganzkörpertrainingsplan mit BCAA Supplementierung. Das Programm bestand aus 3×6-8 Wiederholungen in 8 Übungen. In einer Studie aus Texas (2007) sorgten 20g Protein (14g Whey, 6g Aminosäuren) vor und nach dem Training für mehr Muskelwachstum, als ein 20g Carb-Placebo.

 

Whey nach dem Training in Verbindung mit Leucin scheint laut einer Studie eine verbesserte MPS (Muscle Protein Synthesis) zu erzeugen, als nur Whey. Muskel Protein Synthese ist ein wichtiger Vorgang im Muskelaufbau. Die Studie ist ziemlich interessant, jedoch muss ein erhöhter MPS-Wert nicht automatisch in mehr Muskeln erfolgen. Muskelaufbau ist die positive Bilanz aus MPS und MPB (Muscle Protein Breakdown). MPB bedeut Muskel Protein Abbau.

 

Den wahrscheinlich größten Vorteil, dem fast alle Fitness-Experten zustimmen, liefern Aminosäuren und besonders BCAAs, wenn du fastest (und trainierst). Sie geben deinem Körper ein bisschen „Energie“, du fühlst weniger Hunger, sie schmecken gut und können deinen Blutzucker (etwas) stabilisieren.

 

BCAAs und Crossfit

In einer Studie wurde ein höherer VO2 Max und eine verbesserte Körperkomposition (Muskeln vs. Fett) erzielt – jedoch durch eine Mischung aus BCAAs, Koffein und Kreatin. Die Studie ist ziemlich interessant, jedoch lassen sich die (positiven) Ergebnisse nicht alleine auf BCAAs zurückführen.

bcaas

Nicht direkt für Crossfit, aber für Wettkämpfe in Sportarten mit Gewichtsklassen, z.B. Gewichtheben oder Powerlifting, scheinen BCAAs auch sehr interessant zu sein: In einer Studie wurde herausgefunden, dass Sportler mit BCAAs besser hydrieren. Das ist vor allem interessant, wenn man kurz vor dem Wiegen vor einem Wettkampf Gewicht mithilfe eines „Water Cut“ verliert. Dabei reduziert man seine Wasserzufuhr extrem, sodass der Körper Einlagerungen herausspült und der Athlet zum Wiegen ein bestimmtes Gewicht hat. Um dann nach dem Wiegen optimal zu performen, isst und trinkt der Athlet. Zu dieser Phase scheint eine Supplementierung mit BCAAs vorteilhaft zu sein.

 

Drei Studien zeigen verbesserte aerobe Leistung auf, was sich durchaus auf Crossfit auswirken kann. Die Studien sind relativ robust, reichen jedoch nicht aus, um eine signifikante Beweislage herzustellen. Auch gegen Erschöpfung scheinen BCAAs zu helfen, wie einige Studien zeigen.

 

Wie werden Aminosäuren hergestellt?

Aminosäuren wurden im 19. Jahrhundert ursprünglich in der Forschung zerlegt, um Proteine besser zu verstehen und zu studieren. Dann ist man auf den Draht gekommen, dass diese auch als Nahrungsergänzung dienen könnten.

 

Heutzutage werden Aminosäuren künstlich hergestellt, z.B. durch enzymatische Hydrolyse. Wie der Name schon sagt (haha), werden Enzyme zerlegt, wodurch Aminosäuren gewonnen werden.

 

Eine weitere Methode ist das Fermentationsverfahren: mithilfe von Mikroorganismen wird Fermentation eingeleitet. Innerhalb dieses Prozesses finden komplexe, kleine Zellprozesse statt, aus denen letztendlich z.B. Glucose oder Glutamin gewonnen wird. Fermentation bedeutet dabei „schimmeln“. Jap, die Aminosäuren werden aus Schimmel hergestellt.

 

Weitere chemische Prozesse sind Synthese oder Extraktion. In letzterem werden die Aminosäuren wie mit einem Magneten aus Proteinen herausgelöst.

 

Meine Erfahrungen mit BCAAs

Glutamin in insolierter Form habe ich bisher noch nicht ausprobiert, BCAAs gehören jedoch zu meiner Standard Supplement Ausrüstung. Ich nehme sie nicht jeden Tag, sondern in drei Situationen:

  1. Wenn ich vor oder während des Trainings hungrig werde
  2. Wenn ich über längere Zeit nicht an Essen komme
  3. Wenn ich morgens trainiere ohne gefrühstückt zu haben

 

Vor allem gegen Hunger nehme ich BCAAs ziemlich gerne, manchmal in Verbindung mit Gatorade Puder bzw. Carbs. Als ich vor einigen Jahren mit Intermittend Fasting experimentiert habe, nahm ich täglich BCAAs zu mir und fand das ziemlich angenehm. Sie schmecken (meistens) gut, sind einfach mitzunehmen und beruhigen nebenbei das Gewissen („Dass mich ja der katabole Teufel nicht holt!“).

 

Bei der Erholung finde ich BCAAs auch ganz interessant, wobei ich hier nur von meiner eigenen Erfahrung sprechen kann (wie die Überschrift schon sagt). Besonders bei starkem Muskelkater und Erschöpfung scheinen sie mir zu helfen.

 

Die Beweislage für BCAAs ist zwar breit gefächert, aber durchgehend dünn. Die stärksten Studien sind außerdem oft von Supplement-Herstellern gesponsort, was unheimlich viel Seriosität wegnimmt. Dazu kannst du dir den amüsanten Post von Menno Henselmanns von Bayesian Bodybuilding einmal anschauen:

Bayesian Bodybuilding

 

Meine Meinung: Bring deine Diät auf Vordermann und du bist im grünen Bereich. Bist du immer noch skeptisch, experimentiere mit BCAAs und beobachte, wie sie sich auf dein Training und deinen Körper auswirken.

 

Wie nehme ich Aminosäuren / BCAAs?

Die optimale Menge an BCAAs pro Tag hängt von Zielen, Diät und Biometriken (Alter, Gewicht, etc.) des Athleten ab. Der Hauptbedarf wird in einer “proteinreichen” Diät durch Nahrung gedeckt.

 

Möchtest du zusätzlich mit BCAAs supplementieren, reicht eine Standarddosis (auf der Produktverpackung angegeben) aus. Du findest sie entweder in Puder– oder PillenForm. Die Wirkung ist in beiden Formen gleich. Ich persönlich bevorzuge Pulver, weil es normalerweise gut schmeckt. Der Geschmack kommt natürlich auf das Produkt an.

 

Wann du BCAAs zu dir nimmst kommt auf den erhofften Effekt an. Vor dem Training ist generell eine gute Idee, wenn es dir um den anabolen Effekt oder die Reduzierung von Hungergefühlen geht. Zwischen Mahlzeiten ist sinnvoll gegen Hungergefühle, oder um ein konstantes Level von Proteinen zu erhalten.

 

Die Wirkung von Aminosäuren

Einige Aminosäuren sind so sehr in bestimmten Stoffwechselprozessen beteiligt, dass es sich lohnen könnte sie gegen Symptome zu nehmen.

 

Dass BCAAs beim Muskelaufbau helfen könnten, haben wir ja bereits durchgekaut ;-).

 

Gegen Arthrose könnten L-Methionin und L-Arginin helfen. Neben einer medizinischen Therapie, können diese Aminosäuren aufgrund ihres Schwefelgehalts den Knorpelaufbau stärken. Methionin solltest du in Verbindung mit Vitamin B12 und Folsäure einnehmen, um die Aufnahme durch den Körper zu optimieren.

 

Gegen Schlafstörung könnte Tryptophan helfen. Tryptophan agiert mit dem Schlafhormon Serotonin, welches für einen erholsamen Schlaf unabdingbar ist. Durch ein konstantes Serotonin-level über den Tag mithilfe von Tryptophan, kannst du nachts besser einschlafen. Die Nebenwirkungen sind dabei gleich Null, da es auf den Körper keine toxische Wirkung hat. Tryptophan ist leider nicht als isolierte Aminosäure erhältlich, sondern muss ärztlich verschrieben werden.

 

Bei erektiler Dysfunktion könnte L-Arginin helfen. Die Wirkung ist nicht versprochen, aber möglich, da L-Arginin die Gesundheit von Blutgefäßen beeinflusst. Es ist ein Transportstoff für Stickstoffmonoxid, was letztendlich den Blutfluss positiv beeinflussen kann. Letztendlich kommt es auf die Ursache der erektilen Dysfunktion an, aber ein Versuch wert ist es allemal.

 

Bei Diabetes lohnt sich ein Blick auf L-Arginin und L-Carnitin. Sicherlich sind diese Aminosäuren kein Heilmittel gegen Diabetes und es kommt auf den Typen an, aber folgende Logik steckt hinter einer möglichen Linderung: L-Arginin verbessert wie gesagt die Durchblutung und möglicherweise auch den Insulinspiegel. L-Carnitin reduziert „freie Radikale“ im Blut, was den oxidativen Stress senkt.

 

Haarausfall kann eventuell mit Cystein, Arginin, Lysin und Methionin entgegengewirkt werden. Neben guten Ergebnisse mit Vitaminen und besonders Biotin, scheinen Aminosäuren gute Ergebnisse zu erzielen. Lysin wirkt sich positiv auf die Kollagensynthese aus und stärkt somit die Haarreparatur. Gleichzeit ist Cystein ein wichtiger Baustein von Keratin, dem Baustein des Haars. Der Schwefelgehalt im Methionin stützt die Kollagenproduktion ebenfalls.

 

Wo kann ich Aminosäuren kaufen?

Es gibt einige ordentlich Anbieter von Aminosäuren und BCAA Supplements. Sie unterscheiden sich durch Produktauswahl, Service und Lieferzeit. Achte auf Neutralität und ein breites Sortiment, wenn du online kaufst.

 

Quellen:

Kevin

Hey, Ich bin Kevin und Author dieses Blogs.

Ich glaube, dass jeder Stärke und Leidenschaft in Fitness finden kann.

Ich glaube, dass jeder seinen Körper so formen kann, wie er es sich vorstellt, trotz jeglicher Limitierung.

Ich glaube, dass jeder Gesundheit und Langlebigkeit in Fitness finden kann.

Ich glaube, dass Fitness Dein Leben verbessern kann und deshalb gibt es Super-Pump: um dir zu helfen dein Leben zu verbessern.

6 comments on “Wie du Aminosäuren sinnvoll einsetzt

  1. Lieben Dank für so eine tolle Seite. Tolle Arbeit. Da ich mittlerweile zu den weiblichen ü40 gehöre stieß ich gestern auf ein paar seiten auf denen für ü40 trainierende höhere Dosen von Leucin und Glutamin empfohlen wurde. Kannst du mir vielleicht eine Seite empfehlen wo ich gute Informationen herbekomme die sich mit der supplementierung dem training etc. Für ü40 Personen beschäftigt? Ich habe oft das Gefühl dass diese Altersgruppe immer mehr an den Rand gedrückt wird. Mach weiter so..

    • Hey Senta,

      über Glutamin will ich noch schreiben, aber bis der Artikel draußen ist: die Studienlage belegt noch keinen „krassen“ Vorteil. Einige Studien zeigen Vorteile, andere zeigen keine… Ich denke das ist einer der Gründe warum es keine „sehr guten“ Informationen darüber gibt. Welchen Vortiel erhoffst du dir?

      Viele Grüße,
      Kevin

  2. Hallo Kevin,

    ich habe deinen Blog gestern zufällig im internet gefunden und ich bin schwer beeindruckt.
    An dieser stelle möchte ich dir sagen einen guten Job machst du da! Deine Themen und Beiträge zur Fitnesswelt sind Grandios!

    Grüße aus Nürnberg !

  3. Klasse Artikel , super geschrieben und gut recherchiert..ihr solltet auf jeden Fall mehr Beachtung finden.
    Mein Support habt ihr , mehr davon ! …

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.